Du stinkst nach Protest!
Die Sicherheitsbehörden haben sich im Rahmen des G8-Gipfels ja bereits mit der Ankündigung des Unterbindungs- gewahrsams an Nazimethoden aus dem Dritten Reich bedient. Jetzt wurde das Sicherheitsprogramm erneut ergänzt und auch ein bewährtes Stasikonzept aus der DDR aufgegriffen:
“Bei einzelnen Beschuldigten” nahm die Polizei Körpergeruchsproben um Tatverdächtige von Spürhunden wiedererkennen zu können. Da hierbei aussnahmsweise einmal nicht automatisierte Verfahren und digitale Möglichkeiten zum Einsatz kommen, könnte man mit einem ausgeprägten Sinn für Sarkasmus fast geneigt sein in Ostalgie zu verfallen und sich einer Zeit zu besinnen, in der noch Akten und Papierberge Grundlage staatlicher Repression waren und Observationen detailiert und manuell mit der Schreibmaschine festgehalten wurden. Doch das fällt schwer wenn Persönlichkeitsrechte mit Polizeifüßen getreten und Demonstranten mit Hundenasen beschnüffelt werden. Wer terrorisiert hier eigentlich wen? Der Globalisierungskritiker den G8-Gipfel oder der Staat den Bürger?
.
Quellen:
tagesschau.de
abendblatt.de

Wie willkürlich dies mit
Der Entwurf der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zur Vorratsdaten- speicherung wurde heute vom Bundestagskabinett beschlossen. Sämtliche Daten die bei der Kommunikation über Telefon, SMS, E-Mail und Fax entstehen, nämlich wo, wann und mit wem der Bürger kommuniziert, können damit 180 Tage lang abgerufen werden. Anonymisierungsdienstleister werden ebenfalls verpflichtet sein die entstandenen Daten zu speichern und bereitzustellen. Verkauft wird das Ganze von Zypries sarkastischerweise als Ausbau der Bürgerrechte, da diese mehr Informationspflichten bekämen und an den Gerichten für Fachkompetenz in der Frage der Telefonüberwachung gesorgt würde. Viel notwendiger wäre an dieser Stelle aber vielleicht etwas mehr Fachkompetenz des Innenministeriums: Indem sich Wolfgang Schäuble für die Abschaffung der Unschuldsvermutung engagiert, scheint er die Verfassung lediglich als lästige Hürde vergangener rechtsstaatlicher Spinnereien zu betrachten. “Der Grundsatz kann nicht für die Gefahrenabwehr gelten”, so Schäuble. Die oben abgebildete Sprühschablone kann übrigens bei
Dass Floskeln wie das Totschlagargument “zu ihrer eigenen Sicherheit” funktionieren, wenn es darum geht Akzeptanz für die schrittweise Abschaffung von Bürgerrechten zu gewinnen und einen zunehmenden Überwachungsstaat aufzubauen, zeugt davon wie verschreckt und zugleich politisch desinteressiert das Volk ist und wie laut es nach einem Führer schreit, der ihm verspricht das eigene Leben mit Ordnung zu strukturieren und Sicherheit suggeriert. Die Position die einst von Gott mit seinen 10 Geboten besetzt war, an den man seine Eigenverantwortung abtreten konnte, übernimmt heute der Staat mit seinen 10 Millionen Gesetzen. Wie stumpf und konsumorientiert die Masse zudem ist, zeigt sich nun auch dadurch, wie ihr Kontrollmaßnahmen als komfortabele Dienstleistungen verkauft werden können.
Die Inhalte dieser Seite sind verfügbar unter der Attribution-NonCommercial-ShareAlike-Lizenz.
