Kategorie: Gesellschaft

Tausche Killerspiel gegen Schießgewehr

Vom 1. September 2007

Während noch immer darüber debattiert wird ob gewaltbeinhaltende Computerspiele grundsätzlich verboten werden sollten, ist sich die Politik mittlerweile wieder darüber einig, dass es unzumutbar für den Bundesbürger ist mit dem Besitz einer reelen Waffe bis zum 21 Lebensjahr warten zu müssen. Das Gesetz, welches nach dem Amoklauf eines 19-jährigen am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt mit 17 Toten, im Jahr 2002 dahingehend geändert wurde, dass Personen erst ab 21 Jahren der Waffenbesitz erlaubt war, soll nun wieder rückgängig gemacht werden.

(Weiterlesen)

Mit Fachkompetenz ins Informationszeitalter

Vom 29. Juli 2007

Der folgende kurze Filmbeitrag zeigt sehr schön welche Personen über die wichtigen Fragen und Probleme unserer Informationsgesellschaft entscheiden.
.
Justizministerin Zypries bringt den Entwurf zur Vorratsdatenspeicherung, beschliesst die Protokollierung sämtlicher Verbindungsdaten aller Internetnutzer, weiss aber tatsächlich nicht einmal was ein Browser ist. Diese Leute plädieren für die Online-Durchsuchung, betreiben Politik über geistige Eigentumsrechte und beschliessen die E-Mail-Überwachung, versenden aber selber noch Briefe und Postkarten. Sollten sie nicht besser alle in der Landwirtschaft arbeiten, mit Bauchtanz etwas Geld verdienen, ein Nagelstudio betreiben oder im China-Imbiß Reischips frittieren? Gerne auch in einer KFZ-Werkstatt irgendwas löten oder so, aber um Himmels willen bitte nicht die gesetzlichen Weichen ins Informationszeitalter legen.
Da der Datenschutzbeauftragte stets unbeachtet im Hinterzimmer Monologe führt, und scheinbar nur wirtschaftlich motivierte Lobbyisten als politische Berater ernst genommen werden, brauchen wir dringend ein längst überfälliges Informationsministerium das entsprechende Fragen und Probleme endlich mit etwas Fachkompetenz beantwortet.
.

(Weiterlesen)

Kategorie: Gesellschaft, Kultur

Streetart im Ferienkommunismus

Vom 28. Juli 2007

Bild von Retinafunk (flickr.com)Nachdem Sprayer dieses Jahr auf der Фузион besonders aktiv waren, hagelte es seitens der Veranstalter, sowie zahlreicher Gäste aussergewöhnlich harte Kritik. Besonders im Fokus stand dabei das Besprühen von Sanitärcontainern, Müllcontainern, Toiletten, dem Luftschloss, dem Spacebar-Dom, anderer Barzelte und verschiedenen Dekoobjekten.
Angemietetes Privateigentum möchte natürlich in dem ursprünglichen Zustand wieder zurückgegeben werden. Das besprühen solcher Objekte ist dumm und respektlos denen gegenüber die sich bemühen das Festival auch für finanziell schlechter gestellte Besucher zu ermöglichen.
.
Respektlos ist natürlich auch das Besprühen liebevoll geschaffener Werke anderer Künstler und egoistisch das taggen, zum Beispiel auf die Leinwände der Turmbühne.
.
Sehr unglaubwürdig allerdings ist die Фузион, die sich Ferienkommunismus auf die Fahne schreibt, aber die optische Veränderung von Privateigentum auf das schärfste kritisiert, und wiederrum den Besuchern in sogenannten Propaganda-Paks ihre Sprühschablonen mit nach Hause gibt, sowie ihr Logo in der Erscheinungsform eines Stencils präsentiert.
Wie ist das zu verstehen? Etwa dass sich städtische Hausbesitzer bitte nicht so anstellen möchten wegen etwas subersiver Werbung, aber Klovermietungen sich zu Recht beklagen, wenn ihre stinkenden Plastikhäusschen nach Rückgabe nicht mehr in wunderschönem Braun erstrahlen?

(Weiterlesen)

Systemfehler - alles umsonst

Vom 26. Juni 2007

Während sich die Nation über Wirtschaftswachstum und Konsumanstieg freut, das ifo-Institut weitere Zuwüchse bis 2010 prognostiziert, und sich der Verbraucher jetzt erst recht mit Plastiktüten durch Shoppingcenter jagen lässt um aktiv an der Wachstumskurve mitzuarbeiten, ist Friedrichshain um eine Konsumalternative reicher geworden.
.
In der Scharnweberstraße eröffnete am vergangenen Samstag der Umsonstladen “Systemfehler”. Was nicht mehr gebraucht wird findet dort unentgeltlich einen neuen Besitzer. Das selbstorganisierte Projekt versteht sich als “Teilschritt in eine Gesellschaft, die auf solidarischer Kooperation zwischen den Menschen und nicht auf Konkurrenz und Statusdenken zielt”.
.
Systemfehler.info wünscht dem gleichnamigen Projekt viel Erfolg, ausreichend Spenden und einen regen “Umsatz”.
.
.
Systemfehler bei autoorganisation.org

Kategorie: Gesellschaft

Menschen, Tiere, Sensationen

Vom 29. Mai 2007

Wir bezeichnen uns als aufgeklärte und zivilisierte Gesellschaft. Doch es genügt ein Blick in das tag-tägliche Fernsehprogramm um schnell zu erkennen was hinter den glitzernden Konsumfassaden der westlichen Welt unter Zivilisation verstanden wird.
Nach Talkshows mit journalistisch tiefgründigen Themen wie “Nenn’ meine Mutter nicht Schlampe”, geht jetzt der Macher der Big-Brother-Reihe Endemol Entertainment in den Niederlanden mit der “Großen Spendershow” auf Sendung, bei der sich die unheilbar krebskranke Lisa entscheiden muss welchem der drei Dialysepatienten sie eine Niere spenden wird. Autos gewinnen langweilt eine übersättigte Gesellschaft - da kann sie noch so zivilisiert sein, und wie es aussieht wenn Menschen 365 Tage lang in einem Container essen, duschen, streiten und ficken weiss mittlerweile auch ein Jeder. Wer Unterhaltung mit Spiel, Spaß und Spannung garantieren möchte braucht wirkliche Schicksale.
Welchem der Kandidaten die kleine Lisa ihre letzte Gabe vermachen wird und für welche Dialysepatienten es leider nicht gereicht hat ins Finale zu kommen, erfahren wir dann wahrscheinlich nach der Werbeunterbrechung.

(Weiterlesen)

Kategorie: Gesellschaft

Nächstenliebe in Rom

Vom 14. Mai 2007

Papst Benedikt XVI. bezeichnet die Gleichstellung von Lesben und Schwulen als “Legalisierung des Bösen” und 500.000 Katholiken folgten ihm vergangenen Samstag zur Demonstration gegen die Homo-Ehe in Rom. Bei dieser Menschenmasse denken wahrscheinlich nun selbst die Veranstalter der Loveparade darüber nach ihren Technoumzug unter dem Motto “Make hetero love - Jesus rules” durch den Tiergarten zu jagen, um die Besucherzahlen wieder konstant halten zu können. Allerdings liessen sich katholische Vereinigungen die Versammlung einiges kosten und investierten etwa zwei Millionen Euro um Menschen aus dem ganzen Land mit Bussen und Sonderzügen einreisen zu lassen.
Würde der sonntägliche Gottesdienst regelmäßig Homophobie statt Bibelgeschichten als zentrales Thema aufgreifen, fänden sich wahrscheinlich auch wieder entsprechend viele Schäfchen zur heiligen Messe ein.
Der dringend empfohlene Link zum Thema: Kirchenaustritt jetzt!

Zwei Tonnen

Vom 12. Mai 2007

Genua 2001 bleibt unvergessenStasi 2.0

Ich habe nichts zu verbergen

Vom 29. April 2007

Otto ist 32 Jahre alt und bezeichnet sich als gesetztestreuen Bundesbürger. In seiner Freizeit beschäftigt sich Otto gerne mit Biotopen und Artenschutz. Kürzlich zeigte Otto jedoch auf seiner Homepage ein urheberrechtlich geschütztes Foto einer Stockente. Diese “mittels Telekommunikation begangene Straftat” ermöglicht uns laut Telekommunikationsgesetz einen Blick in Ottos vorrätig gespeicherte Verbindungsdaten:

(Weiterlesen)

Achtung! Neueste Informationen der Sicherheitsbehörden

Vom 21. April 2007

Jede Meldung oder wissenschaftliche Arbeit benötigt Quellen damit die Richtigkeit der Angaben vom Leser überprüft werden kann. Auch in der Wikipedia sind Einzelnachweise erforderlich, obwohl deren Inhalt von tausenden von Nutzern permanent gemeinschaftlich kontrolliert wird. Sicherheitsbehörden dagegen brauchen keine weiteren Angaben um ihre Schreckensmeldungen zu verifizieren. Gerne wird über Informationen “von Experten” oder “aus Regierungskreisen” berichtet wenn dem Leser die Meldungen glaubhaft und nachvollziehbar vermittelt werden sollen.
Doch woher kommt dieses blinde Vertrauen in untransparente Ämter und staatliche Einrichtungen?

(Weiterlesen)

Wir wollen doch nur spielen!

Vom 31. März 2007

Killer-SchachUnter dem Slogan “Wir wollen doch nur spielen” veranstaltete die Piratenpartei am 31. März 2007 auf dem Potsdamer Platz in Berlin eine Demonstration gegen das Verbot gewalttätiger Computerspiele. Dabei wurde das Schachspiel als ältestes “Killerspiel” mit lebenden Personen insziniert. Von der Piratenpartei Bayern wurde die Aktion am gleichen Tag auch in Nürnberg umgesetzt. Mit viel Kunstblut wurden Bauern, Läufer und Damen gnadenlos geopfert und niedergemetzelt. Frei nach dem ehemaligen Schachweltmeister Bobby Fisher: “Beim Schach geht es darum, das Ich des Gegners zu unterwerfen, sein Ego zu zerbrechen und zu zermalmen, sein Selbstbewusstsein zu zertreten – und es zu verscharren, und seine ganze verachtenswerte, so genannte Persönlichkeit ein für alle Mal zu Tode zu zerhacken.”

(Weiterlesen)

Nächste Seite »
 
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: