Kategorie: Berlin, Kultur

Tote Räume und städtische Ordnung

Vom 3. Dezember 2006

PlanetJenseits großer Einkaufszentren, geordneter Parkanlagen und massenkompatibeler Museen für pseudokulturell interessierte Touristen besitzt Berlin eine Vielzahl interessanter, aber der Öffentlichkeit nicht zugänglicher Orte mit hohem historischem Wert und kulturellem Potential: Verfallene Arbeiterkathedralen, unterirdische Versorgungsanlagen oder stillgelegte U-Bahn-Schächte, ewige Rohbauten und großflächige Dachlandschaften.
Sie dokumentieren und veranschaulichen Berlin und Teile seiner Geschichte sicherlich authentischer als es die rekonstruierten Fassaden des Stadtschlosses als Symbol des deutschen Kaiserreiches, jemals tun könnten.

(Weiterlesen)

Kategorie: Berlin, Kapitalismus

Terrarien am Bersarinplatz

Vom 2. November 2006

Die Immobilienmarkler haben längst verstanden dass ihre sanierten Altbauten im Trendbezirk Friedrichshain besonders für zugezogene, jüngere Menschen von Interesse sind. Um die alten DDR-Plattenbauten vermieten zu können bedarf es jedoch etwas Kreativität, zeichnen sich diese schliesslich nicht unbedingt durch modernen Wohnkomfort aus.Geckohaus macht Streetart
So versucht auch die Bersarinplatz GmbH sich noch eine Scheibe vom gegenwärtigen Gentrifizierungsprozess abzuschneiden. Die neu sanierten WBS 70-Platten rund um den Bersarinplatz gilt es momentan den Yupis als hippe Wohnkultur für Szenefreaks zu verkaufen. Die ehemaligen Arbeiterschließfächer der Wohnungsbauserie 70 werden zum “Geckohaus” umbenannt und dem potentiellen Mieter auf der Webseite erläutert weshalb es sich lohnt “selbst ein Gecko zu werden”. Da wäre vor allem: “der Style - na klar!”, und wen das alleine nicht überzeugt, der sollte wissen dass ein Gecko in unmittelbarer Nähe zu den coolsten Bars und hippsten Clubs der Stadt wohnt. “Unser Vermietungsteam” stellt sich vor und scheint sowohl in der Berliner Undergroundszene als auch im Immobiliengeschäft so richtig credibility zu besitzen.

(Weiterlesen)

Kategorie: Berlin, Gesellschaft

Mit Sicherheit ein guter Bürger

Vom 27. Dezember 2004

Berlin hat nun endlich auch eine Kiezpolizei um dafür Sorge zu tragen dass Hunde im Park kein Stöckchen fangen, niemand in die Büsche pinkelt, Kinder kein Fußball auf der Wiese spielen, Anwohner keine Würstchen grillen, Radfahrer absteigen und niemand alkoholhaltige Getränke konsumiert.
Das ist gut; doch wozu brauchen wir dann überhaupt einen Park?
Eine effizientere Lösung wäre zudem die Grünflächen zuzubetonieren und Parkuhren aufzustellen. Einmal in der Woche mit der Kehrmaschine rüberzufahren und die Stadt wäre endlich wieder sauber!

(Weiterlesen)

« Vorherige Seite
 
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: