Kategorie: Kapitalismus, Kultur

Angelas kleine Kreativwerkstatt

Vom 14. Mai 2007

Angela Merkel traf sich am 8. Mai zum Plausch mit Vertretern des Internationalen Dachverbands der Musikwirtschaft. Thema war die Musikindustrie als eine der tragenden Säulen der Kreativwirtschaft und deren Probleme bezüglich Urheberrecht und Musikpiraterie.

Und jetzt gleich nocheinmal weil es so schön auf der Zunge zergeht:
Die Musikindustrie als eine der tragenden Säulen der Kreativwirtschaft.

Dieter Bohlen? Daniel Kübelböck? Deutschland sucht den Superstar? Universal Music? Kreativwirtschaft?
Diese Herren behaupten von sich eine tragende Säule der Kreativwirtschaft zu sein?

Die konkreten Forderungen der Industrie lauteten wie folgt:
• Internet-Service-Provider sollten verpflichtet werden, den Service-Vertrag mit Kunden, die Urheberrecht verletzende Inhalte online stellen, zu kündigen.
• Privatkopien sollten nur noch von eigenen, legal erworbenen Originaldatenträgern zulässig sein. Das Herstellen von Kopien durch Dritte sollte verboten werden.
• Der gegenwärtig diskutierte Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Durchsetzungsrichtlinie sollte „verbessert“ werden, um „angemessene Werkzeuge für den Kampf gegen die Piraterie bereit zu stellen.“
• Die EU sollte eine aktive Rolle in der Auseinandersetzung der WTO mit China in der Frage der Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte und des Marktzugangs spielen.
• Deutschland sollte die tschechische Regierung dazu drängen, „die riesigen Piratenmärkte“ an der Grenze zu Deutschland zu schließen.
• Und schließlich sollte die Bundeskanzlerin die „Verbesserung der in der EU vorgesehenen Schutzfristen für Musikaufnahmen unterstützen, um das US-amerikanische Schutzniveau zu erreichen“.

Nun stellt sich die Frage ob sich Frau Merkel auch mit den tatsächlich kreativen Musikern und trendsetzenden Subkulturaktivisten, den Djs, Remix-Künstlern, Nachwuchsbands und den kulturinteressierten Verbrauchern zum Käffchen treffen wird, oder ob ihr die Darlegung privater Bedürfnisse finanzkräftiger Unternehmer ausreichend erscheint, um kompetent über kulturelle Probleme des Informationzeitalters entscheiden zu können.

Quellen:

musikwoche.de

irights.info

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