Mit Sicherheit ein guter Bürger
Berlin hat nun endlich auch eine Kiezpolizei um dafür Sorge zu tragen dass Hunde im Park kein Stöckchen fangen, niemand in die Büsche pinkelt, Kinder kein Fußball auf der Wiese spielen, Anwohner keine Würstchen grillen, Radfahrer absteigen und niemand alkoholhaltige Getränke konsumiert.
Das ist gut; doch wozu brauchen wir dann überhaupt einen Park?
Eine effizientere Lösung wäre zudem die Grünflächen zuzubetonieren und Parkuhren aufzustellen. Einmal in der Woche mit der Kehrmaschine rüberzufahren und die Stadt wäre endlich wieder sauber!
Doch auch dann noch wäre der Kiez noch nicht sicher. Kinder werden von Hunden zerfleischt, Passanten von Urinierern bepinkelt, alte Frauen von Alkoholsüchtigen verschlagen und Passanten von Radfahrern überfahren und es gibt kaum eine Möglichkeit solchen Menschen aus dem Weg zu gehen bzw. sich mit ihnen zu arrangieren. Nein, wir brauchen die Staatsgewalt um durchzugreifen, den öffentlichen Raum zu überwachen und Spaziergänger zu bestrafen deren Hundeleine 10 cm länger ist als es die gesetzlichen Vorschriften gestatten.
Aus sozialer Sicht vielleicht noch trauriger als der Besoffene im Park - aber offensichtlich notwendig.
Doch auch im Plänterwald ist das Ordnungsamt unterwegs. Drei Beamte patrouillieren
für gewöhnlich durchs Gehölz um Ausschau nach dem freilaufenden Hauswild zu halten welches das Ökosystem zum kippen bringen, sich auf dem Trampfelpfad erleichtern oder den Förster erlegen könnte. So lange die flächendeckende Stromversorgung im Wald, für mit Überwachungskameras ausgestattete Bäume noch nicht garantiert werden kann, wird dies wohl auch weiterhin erforderlich sein.
Doch wer sperrt eigentlich die Vögel endlich mal ein? Die kacken überall hin. Man könnte die Käfige in den Baumkronen befestigen - der artgerechten Haltung wegen.
“Wer sagt: Hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht.” (Erich Fried)
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